{"id":43,"date":"2022-09-21T14:46:10","date_gmt":"2022-09-21T14:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp\/?page_id=43"},"modified":"2024-09-02T06:13:12","modified_gmt":"2024-09-02T06:13:12","slug":"carl-wilhlem-scheele","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/?page_id=43","title":{"rendered":"Carl Wilhelm Scheele"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-91 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/937px-Carl_Wilhelm_Scheele-260x300.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/937px-Carl_Wilhelm_Scheele-260x300.png 260w, https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/937px-Carl_Wilhelm_Scheele-888x1024.png 888w, https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/937px-Carl_Wilhelm_Scheele-768x885.png 768w, https:\/\/www.scheele-gesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/937px-Carl_Wilhelm_Scheele.png 937w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Carl Wilhelm Scheele, als Sohn eines Brauereibesitzers und Kaufmanns in Stralsund geboren, begann 1757 im schwedischen Gothenburg eine Apothekerlehrzeit. Nach 1765 wirkte er als Gehilfe in Apotheken in Malm\u00f6, Stockholm und Uppsala. In Uppsala machte er die Bekanntschaft einiger Professoren der dortigen Universit\u00e4t, so Carl von Linn\u00e9 (1707\u20131778) und Thorbj\u00f6rn (Torbern) Bergman (1735\u20131784). Mit letzterem entwickelte sich eine f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit. Profitierte Scheele von Bergmans fundiertem Wissen und dessen Sinn f\u00fcr Systematik, so erwies er sich als Experimentator dem Professor der Chemie bei weitem \u00fcberlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">1775 ging Scheele nach K\u00f6ping, wo er ein Jahr sp\u00e4ter die dortige Apotheke \u00fcbernehmen konnte. 1777 reiste er nach Stockholm, um vor der K\u00f6niglichen Akademie, in die er bereits als Apothekengehilfe aufgenommen worden war, seinen Antrittsvortrag zu halten. Zugleich absolvierte er sein Apothekerexamen vor dem Collegium medicum. Danach verlie\u00df er K\u00f6ping nicht mehr und wirkte dort bis zu seinem fr\u00fchen Tode unerm\u00fcdlich als pflichtbewusster Apotheker, widmete aber jede freie Minute seinen chemischen Forschungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Angeregt durch Anders Jahan Retzius (1742\u20131821) hatte er seit seiner Malm\u00f6er Zeit begonnen, \u00fcber seine Experimente Tagebuch zu f\u00fchren. Obwohl bisher nur ein Teil dieser chemischen Aufzeichnungen ediert vorliegt, zeigen diese, dass Scheele wohl einer der begnadetsten chemischen Experimentatoren gewesen ist. So soll er ca. f\u00fcnfzehn- bis zwanzigtausend chemische Experimente ausgef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Scheeles bedeutendste Entdeckung war die des Sauerstoffs, die die Voraussetzung f\u00fcr die Aufstellung einer neuen chemischen Theorie bildete. Im Rahmen seiner Besch\u00e4ftigung mit Braunstein (MnO2) fand Scheele 1770\/71 beim Erhitzen von Braunstein \u00bbVitriolluft\u00ab, bei der es sich um Sauerstoff handelte. Das gleiche Gas erhielt er auch bei der Erw\u00e4rmung von Quecksilberkalk (=oxid). Im Unterschied zu anderen von ihm erzielten Experimentalergebnissen hatte er im Vorfeld einer Publikation \u00fcber diese Untersuchungen nur sehr zur\u00fcckhaltend berichtet. Obwohl neben Scheele auch der englische Geistliche Joseph Priestley (1733\u20131804) als Entdecker des Sauerstoffs genannt werden muss, gilt heute als gesichert, dass Scheele dieses Gas bereits vor Priestley, n\u00e4mlich zwischen Juni 1771 und Oktober 1772, entdeckte. Die Publikation erfolgte indessen erst 1777. Obwohl Scheele in seiner Schrift \u203aChemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer\u2039 ausf\u00fchrlich \u00fcber die Eigenschaften des Sauerstoffes berichtete, blieb er selbst bis zu seinem Tode der Phlogistontheorie verhaftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gro\u00dfe Verdienste als Chemiker erwarb er sich ferner mit der Entdeckung des Glycerols (Glycerins), der Milch- und Harns\u00e4ure sowie der Flusss\u00e4ure. Scheele war au\u00dferdem an der Entdeckung einer Reihe weiterer Elemente beteiligt, so an der des Chlors, des Stickstoffs, des Bariums, des Molybd\u00e4ns und des Wolframs. Er besch\u00e4ftigte sich au\u00dferdem mit der Analyse von Mineralien und anderen in der Natur vorkommenen Stoffen wie Graphit \u2013 aus dem er \u00bbfixe Luft\u00ab (CO2) herstellte \u2013 sowie Molybd\u00e4nglanz und Tungstein, der Calciumwolframat (CaWO4) enth\u00e4lt und sp\u00e4ter als \u00bbScheelit\u00ab bezeichnet wurde. Scheele stellte schlie\u00dflich eine Reihe anorganischer Verbindungen wie Bors\u00e4ure, salpetrige S\u00e4ure, Nitrosylschwefels\u00e4ure, Arsens\u00e4ure, Schwefelwasserstoff und Arsenwasserstoff her. Das von Scheele 1778 erstmalig bereitete Gemisch von basischem und neutralem Kupferarsenit (Cu3(AsO3)2) fand als Farbstoff unter der Bezeichnung \u00bbScheeles Gr\u00fcn\u00ab Verwendung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit Recht gilt Scheele noch heute in der Pharmazie- und Chemiegeschichtsschreibung als einer der bedeutendsten Vertreter und als einer der gl\u00e4nzendsten Experimentatoren. Mit der Isolierung der Pflanzens\u00e4uren Oxals\u00e4ure, Zitronens\u00e4ure, \u00c4pfels\u00e4ure, Schleims\u00e4ure und Galluss\u00e4ure wurde Scheele auch zu einem der Begr\u00fcnder der Phytochemie (H. CASSEBAUM 1982; O. ZEKERT 1934; Ch. FRIEDRICH 1992).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Wilhelm Scheele, als Sohn eines Brauereibesitzers und Kaufmanns in Stralsund geboren, begann 1757 im schwedischen Gothenburg eine Apothekerlehrzeit. Nach 1765 wirkte er als Gehilfe in Apotheken in Malm\u00f6, Stockholm und Uppsala. In Uppsala machte er die Bekanntschaft einiger Professoren der dortigen Universit\u00e4t, so Carl von Linn\u00e9 (1707\u20131778) und Thorbj\u00f6rn (Torbern) Bergman (1735\u20131784). 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